Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in dir, o Herr.
Hl. Augustinus (+430)

Propstei St. Michael zu Paring

Im Jahre 1974 beschloss das Generalkapitel der Kongregation von Windesheim, in ihr Ursprungsland Deutschland zurückzukehren und dort ein Kloster zu gründen.

Dabei wollte man möglichst an einen Ort mit Chorherrentradition. Ebenso war klar, dass sowohl ein umfangreiches Bauprojekt, als auch die Unterhaltung größerer historischer Klosteranlagen finanziell nicht möglich war. Bei der Abwägung verschiedener Möglichkeiten zeigte sich das ehemalige Kloster Paring als die vielversprechendste, auch weil der damalige Bischof der Diözese Regensburg, Rudolf Graber, sich dieses Anliegens annehmen wollte.

Er genehmigte nicht nur die kanonische Errichtung unserer Chorherrengemeinschaft in Paring, sondern sorgte auch dafür, dass die zu dieser Zeit als Schule und Pfarrhaus dienenden Klostergebäude sowie die Kirche wieder instand gesetzt wurden. Er zeigte großen Weitblick und war sich bewusst, dass das Gebet der Chorherren, sowie die Übernahme der Seelsorge in Paring und später auch an anderen Orten der Umgebung eine Investition wert seien.

So konnten die ersten Chorherren am Patrozinium der Kirche und des Klosters, zum Michaelsfest am 29. September 1974, das Klosterleben in Paring, das zunächst ein vom römischen Kloster abhängiges Priorat sein sollte, mit einem feierlichen Pontifikalamt, das Bischof Graber zelebrierte, beginnen.

Unabhängig von der jüngeren Geschichte der Kongregation von Windesheim in Paring kann das Kloster bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken. Das Wirken der Augustiner-Chorherren an diesem Ort begann bereits im Jahr 1139 und geht auf eine Stiftung der Grafen Heinrich, Konrad und Gebhard von Rottenburg-Roning zurück.

1141 konnte die Kirche geweiht werden und die ersten Kanoniker ihr Leben beginnen. Am 30. März 1144 bestätigte Papst Luzius II., der selbst Augustiner-Chorherr war, kraft seiner apostolischen Autorität die Gründung des Stiftes Paring. Das reich ausgestattete Stift erlebte ebenfalls eine wechselvolle Geschichte. Nachdem es in den ersten 200 Jahren kraftvoll aufblühte, wurde es unter der Regierungszeit Propst Friedrichs (1311-1335) von schweren Feuersbrünsten heimgesucht, die das Kloster in die Verarmung trieben.

Der letzte Propst, Otto II., der aus dem benachbarten Stift Rohr gekommen war, ging im Jahre 1551 dorthin zurück, womit das Chorherrenleben in Paring gänzlich erlosch. Das Kloster fiel an die bayerischen Herzöge. Wilhelm V. übertrug die Gebäude und Liegenschaften des Stiftes im Jahre 1598 den Benediktinern von Andechs, die Paring bis zur Aufhebung 1803 als kleinen landwirtwirtschaftlichen Betrieb unterhielten.

In ihre Zeit fielen die Schwedenkriege, unter denen Paring schwere Zerstörungen zu erleiden hatte. Abt Meinrad I. von Andechs verlieh bis 1765 der jetzt stark verkleinerten Kirche ihr heutiges spät-barockes Aussehen. Im Zuge der Säkularisation von 1803 erlosch auch diese Filiale von Andechs.

Erst mit der Wiederbesiedlung von 1974 durch die Augustiner-Chorherren von Windesheim begann in Paring neues klösterliches Leben. 1987 wurde dem Kloster vom Generalkapitel das Recht auf ein eigenes Noviziat übertragen. Schließlich wurde das Kloster in Paring 1992 eine autonome Propstei, zu der auch das Priorat in Brünn (Tschechien) gehört.

Unser heutiges Klosterleben ist geprägt von der Feier des heiligen Messopfers, der eucharistischen Anbetung und im Besonderen dem in lateinischer Sprache gesungenen Chorgebet. Hieraus schöpfen wir die Kraft für die persönliche Heiligung und das Wirken in verschiedenen Formen des Apostolates.

Dies entspricht heute wie vor 600 Jahren, als unsere Kongregation gegründet wurde, dem Geist der damaligen Reformbewegung, der „Devotio Moderna“. Dieser „zeitgemäßen Frömmigkeit“, wie man den Begriff übersetzen kann, folgen wir treu, um den Glauben durch Umgestaltung des eigenen Inneren nach Gottes Willen konkret erfahrbar zu machen und die uns anvertrauten Seelen zu einer lebendigen Beziehung mit Jesus Christus zu führen.

CANONICI REGULARES S. AUGUSTINI
CONGREGATIO VINDESEMENSIS
C.R.V.
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