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Ein besonderer Ordensmann?!
Die Augustiner Chorherren sind eine
Ordensgemeinschaft von Klerikern* (Priester
und Brüder), die nach der Regel des hl. Augustinus
leben (daher auch die deutsche Bezeichnung Augustiner
Chor-herren – die eigentlich richtige Bezeich-nung
wäre Regularkanoniker).

Durch ihr Klerikersein haben sie Teil am Priestertum
Jesu Christi und sie verwirk-lichen dies im Gemeinschaftsleben,
im Dienst am Volk Gottes und in ihrer Christusnachfolge,
zu der sie besonders gehalten sind.
* Was ist ein Kleriker?
Ein Kleriker, ist jemand, der dem sog. Klerus
angehört.
Der Klerus ist ein eigener Stand in der Kirche
(neben den Laien). Er wird von den besonders dem
Dienst Gottes Geweihten gebildet (vor allem Diakone,
Priester und Bischöfe).
Das Wort Klerus leitet sich aus dem Griechischen
ab und bedeutet soviel wie „Los, Anteil“.
Die Kleriker sind das besondere Eigentum des Herrn,
bzw. der Herr ist ihr Anteil, so wie im Alten
Testament, der (Piester-) Stamm Levi statt eines
Landesteiles, den Herrn zum Anteil und Erbe erhielt.

In unserem Orden wird man Kraft der Gelübde
in diesen Klerikerstand erhoben. Das bedeutet,
man wird nicht wie sonst üblich
durch wie Weihe ( zum Diakon) zu einem Kleriker,
sondern durch die Hingabe an Gott, durch die klösterlichen
Versprechen von Gehorsam Armut und Keuschheit.
Wie wird man Chorherr?
Der Weg zum Chorherren
Wer in den Orden der Augustiner Chorherren eintritt,
durchläuft verschie-dene Stadien der Ausbildung:
Am Anfang steht die Zeit des Postulates, die bis
zu einem halben Jahr dauern soll. Das Postulat
gilt als Zeit des gegenseitigen Kennenlernens
und der Einübung in das gemeinschaftliche
und geistliche Leben.
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Danach erfolgt mit der Einkleidung die Aufnahme
in das einjährige Noviziat. Während
dieses Jahres erfolgt die grundlegende Ausbildung
zum Chorherrn. Sie umfasst die Einübung
in die klösterliche Lebensweise nach der
Regel des hl. Augustinus, die Einführung
in die Konstitutionen, in die Spiritualität
sowie in das Gebetsleben der Gemeinschaft (Chorgebet,
Meditation usw.).
Wenn der Novize und die Kommunität nach
Ablauf des Noviziatsjahres zu der Überzeugung
gelangt sind, dass er zu einem Leben in unserer
Gemeinschaft berufen ist, legt er seine zeitlichen
Gelübde für drei Jahre, die einfache
Profeß, ab.
Bei den Mitbrüdern, die das Priestertum
anstreben, beginnt nun die Zeit des Studiums.
In der Regel folgen nach drei Jahren die feierlichen
Gelübde, die ewige Profeß, mit der
er sich an die Gemein-schaft und die Propstei
für immer bindet. Diese dauerhafte Bindung
an ein bestimmtes Kloster nennt man auch „stabilitas
loci“.
Tätigkeiten und Leben im Kloster
Zu unserem Ideal als Augustiner-Chor-herren
gehören das gemeinschaftliche Leben, die
Seelsorge und vor allem das feierliche Gotteslob.

Es umfasst das gemeinsame Chorgebet sowie die
Feier der Eucharistie, welche den Höhepunkt
darstellt.
Aus diesen beiden Quellen schöpfen die
Chorherren ihre Kraft, um ihr Apostolat zu erfüllen.
So sind die Chorherren in der Pfarrseelsorge
tätig und in anderen seelsorglichen Bereichen.
Das Wort unseres Ordensvaters Augustinus "Ich
will nicht ohne euch gerettet werden",
ist uns ein großes Anliegen. Deswegen
wollen wir die Gläubigen zu einer bewusstern
Lebensweise aus dem Glauben und zur Teilnahme
am liturgischen Leben der Kirche führen.
Ebenso gilt sein Wort aus der Regel: "Das
erste Ziel eures gemeinschaftlichen Lebens ist,
in Eintracht zusammenzuwohnen und ein Herz und
eine Seele auf Gott hin zu sein"
Daher sind Herzensgemeinschaft, Gütergemeinschaft
und Arbeitsgemein-schaft unabdingbare Elemente
des Chor-herrenlebens, wobei die tägliche
gemeinschaftliche Erholungszeit (Rekre- ation)
einen besonderen Stellenwert einnimmt.
Woher kommen die Chorherren?
Der Orden der Augustiner Chorherren ist der
älteste Priesterorden der Kirche.
Er entwickelte sich aus Klerikergemein-schaften,
die zunächst im 4. Jahrhundert n. Chr.
vom hl. Eusebius v. Vercelli und von hl. Augustinus
und später von anderen Bischöfen an
ihren Domkirchen gebildet wurden.
Ihre Eigenart bestand darin, dass sie als Neuheit
das Ordensleben der Mönche annahmen, die
ursprünglich nicht Priester waren und es
mit ihrem seelsorgerlichen und liturgischen
Dienst verbanden, um so ihr Wirken fruchtbarer
zu machen.
So entstanden im 1. Jahrtausend an vielen Dom-
und Kollegiatskirchen Gemein-schaften von sog.
Kanonikern.
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